Abschied und Neustart

Liebe Freundinnen und Freunde, für mich geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende. Viele von Euch haben mich entweder persönlich oder hier im Netz dabei begleitet, Anteil genommen, haben mir zugehört oder mir Ihre Sichtweise auf die Dinge mitgeteilt, die mich in diesem Jahr beschäftigt haben. Dafür möchte ich Euch allen danken.

Der Wendepunkt in diesem Jahr war zu Pfingsten mein Schlaganfall. Der Gott sei Dank sehr glimpflich verlief, aber trotzdem mein Leben und das Leben meiner Familie kräftig getroffen hatte. Trotz aller Bitterkeit und Traurigkeit über Geschehenes, habe ich es dank der o.g. Unterstützung geschafft, den Schlaganfall als Chance sehen zu können und mein Leben einen sog. Reset gegönnt.

Mittlerweile geht es mir deutlich besser und ich fange am kommenden Dienstag wieder an zu arbeiten. Allerdings habe ich getreu meines hier als Bild beigefügten Leitspruch viele Dinge in meinem Leben neu ausgerichtet.

Nach mehr als acht Jahren verlasse ich heute den AWO Bundesverband. Es waren gute Jahre mit vielen netten und schönen Begegnungen, für die ich dankbar bin. Aber ich bleibe der AWO erhalten und freue mich ab 2018 beim AWO Bezirksverband Potsdam das Thema Digitalisierung mit aufzubauen. Wir sehen uns.

Euch wünsche ich für 2018 alles Gute, besonders Gesundheit.

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Trauertag!

80 Tote und viele Verletzte in Nizza. Wieder mal ein unsinniges Attentat. Es macht traurig und fassungslos. Bevor jetzt aber alle wieder anfangen Ihr Profilbilder mit der Tricolore einzufärben: Gesten wurde das Wrack eines Flüchtlingsbootes mit über 600 Toten geborgen. Wo bleibt da die Anteilnahme? Wo da das Einfärben der Profilbilder? Man soll Tote nicht mit anderen Toten aufrechnen, das ist unethisch. Ein Angriff auf unsere sog. Werte sind beide Ereignisse. Nur die Toten im Mittelmeer sterben, weil wir den Wert unserer Werte offensichtlich davon abhängig machen, wo Menschen geboren werden bzw. wo sie leben, welche Hautfarbe sie haben und an wen sie glauben. Und bitte mal kurz darüber nachdenken, ob ggf. beide Ereignisse sogar zusammenhängen. Es ist ein sehr trauriger Tag. Ich bin fassungslos und meine Gedanken gehen an alle Toten und deren Angehörigen, die durch Krieg, Folter, Flucht, Terror sterben.

#rpTEN: Organisierte Liebe!

republica

Um es gleich vorweg zu sagen: Es war meine erste re:publica. Was man schnell lernt ist, dass die wirklich interessanten Sessions immer überfüllt sind. Also geht mensch, wenn ein/e interessante/r Redner/in angekündigt ist, schon in die Sessions vorher und hofft dann einfach sitzen bleiben zu können. (Es ist eigentlich wie Kirchentag – meine langjährige Erfahrung in puncto Großveranstaltungen).
Da  ich für meinen Arbeitgeber dort war, war es für mich wichtig die Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles im Town-Hall-Gespräch zum Thema „Arbeit 4.0“ zu hören. Da ich annahm, dass dazu viel Andrang geben könnte, setzte ich mich schon vorher in die Stage 2.

So gelangte ich den Vortrag der Journalistin und Bloggerin Kübra Gümüşay, die unter dem Titel „Organisierte Liebe“ die für mich Abstand bewegendste Rede gehalten hat. Es geht ihr darum, dass die positiven Gedanken, die Mitmenschlichkeit, ja die Liebe sich besser im Netz organisiert, organisieren muss, um dem organisierten Hass etwas entgegenzustellen. Und sie stellt die Frage, was denn passiere, wenn die Antwort auf die Frage „Gehört der Islam zu Deutschland“, „Nein“ laute? – Die Rede solltet Ihr in Gänze hören:

„Organisierte Liebe“ – eigentlich ein gutes Motto für diese re:publica. Letztlich ging es in den drei Tagen um  das Hauptthema, das Netz sich nicht weg nehmen zu lassen, von Nazis, Überwachungsdiensten, Globale Unternehmen und wem auch immer; sondern es für die guten Dinge nutzen zu können, die geprägt sind von Mitmenschlichkeit, Solidarität, Hilfe, Vernetzung der Guten und dem fortschrittlichen, digitalen, sozialen Wandel.
Letztlich stellt sich diese Herausforderung on- wie offline: die antidemokratischen Kräfte haben (scheinbar) Zulauf. Es gibt viel Anlass zu Sorge. Aber ist es nicht schon das, was Kübra Gümüsay sagt: wir sind  viele, wir sind ggf. sogar mehr als die anderen. Lasst uns die Augen nicht vor dem Hass verschliessen, aber lassen wir uns nicht davon einnehmen. Setzten wir das Positive dem Negativen entgegen, lasst uns nicht entmutigen, sondern trauen uns Mut zu, sind fröhlich und ausgelassen, sind bereit mehr Zuneigung untereinander zu zeigen und Liebe zu organisieren.