Trauertag!

80 Tote und viele Verletzte in Nizza. Wieder mal ein unsinniges Attentat. Es macht traurig und fassungslos. Bevor jetzt aber alle wieder anfangen Ihr Profilbilder mit der Tricolore einzufärben: Gesten wurde das Wrack eines Flüchtlingsbootes mit über 600 Toten geborgen. Wo bleibt da die Anteilnahme? Wo da das Einfärben der Profilbilder? Man soll Tote nicht mit anderen Toten aufrechnen, das ist unethisch. Ein Angriff auf unsere sog. Werte sind beide Ereignisse. Nur die Toten im Mittelmeer sterben, weil wir den Wert unserer Werte offensichtlich davon abhängig machen, wo Menschen geboren werden bzw. wo sie leben, welche Hautfarbe sie haben und an wen sie glauben. Und bitte mal kurz darüber nachdenken, ob ggf. beide Ereignisse sogar zusammenhängen. Es ist ein sehr trauriger Tag. Ich bin fassungslos und meine Gedanken gehen an alle Toten und deren Angehörigen, die durch Krieg, Folter, Flucht, Terror sterben.

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#rpTEN: Organisierte Liebe!

republica

Um es gleich vorweg zu sagen: Es war meine erste re:publica. Was man schnell lernt ist, dass die wirklich interessanten Sessions immer überfüllt sind. Also geht mensch, wenn ein/e interessante/r Redner/in angekündigt ist, schon in die Sessions vorher und hofft dann einfach sitzen bleiben zu können. (Es ist eigentlich wie Kirchentag – meine langjährige Erfahrung in puncto Großveranstaltungen).
Da  ich für meinen Arbeitgeber dort war, war es für mich wichtig die Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles im Town-Hall-Gespräch zum Thema „Arbeit 4.0“ zu hören. Da ich annahm, dass dazu viel Andrang geben könnte, setzte ich mich schon vorher in die Stage 2.

So gelangte ich den Vortrag der Journalistin und Bloggerin Kübra Gümüşay, die unter dem Titel „Organisierte Liebe“ die für mich Abstand bewegendste Rede gehalten hat. Es geht ihr darum, dass die positiven Gedanken, die Mitmenschlichkeit, ja die Liebe sich besser im Netz organisiert, organisieren muss, um dem organisierten Hass etwas entgegenzustellen. Und sie stellt die Frage, was denn passiere, wenn die Antwort auf die Frage „Gehört der Islam zu Deutschland“, „Nein“ laute? – Die Rede solltet Ihr in Gänze hören:

„Organisierte Liebe“ – eigentlich ein gutes Motto für diese re:publica. Letztlich ging es in den drei Tagen um  das Hauptthema, das Netz sich nicht weg nehmen zu lassen, von Nazis, Überwachungsdiensten, Globale Unternehmen und wem auch immer; sondern es für die guten Dinge nutzen zu können, die geprägt sind von Mitmenschlichkeit, Solidarität, Hilfe, Vernetzung der Guten und dem fortschrittlichen, digitalen, sozialen Wandel.
Letztlich stellt sich diese Herausforderung on- wie offline: die antidemokratischen Kräfte haben (scheinbar) Zulauf. Es gibt viel Anlass zu Sorge. Aber ist es nicht schon das, was Kübra Gümüsay sagt: wir sind  viele, wir sind ggf. sogar mehr als die anderen. Lasst uns die Augen nicht vor dem Hass verschliessen, aber lassen wir uns nicht davon einnehmen. Setzten wir das Positive dem Negativen entgegen, lasst uns nicht entmutigen, sondern trauen uns Mut zu, sind fröhlich und ausgelassen, sind bereit mehr Zuneigung untereinander zu zeigen und Liebe zu organisieren.

 

#echtawo: Ich war dabei!

Im Rahmen der Aktionswoche „Echtes Engagement. Echte Vielfalt. Echt AWO.“ haben sich heute Beschäftigte der Geschäftsstelle des AWO Bundesverbandes aktiv vor Ort in einer Flüchtlingseinrichtung des AWO Kreisverbandes Berlin-Mitte engagiert. Für viele von uns war es eine interessante Erfahrung die Menschen in ihrer Arbeit zu unterstützen, die sich um die Menschen kümmern, die auf Flucht waren und sind. Auch haben wir viele Menschen aus vielen Ländern kennen lernen dürfen, die aus verzweifelten Situationen heraus, alles hinter sich lassen mussten, und auf schwierigen Wegen aus ihrer Heimat flüchten mussten.

Vortrag: Dialogische Medien in der Erziehungshilfe

Foto: Julika Krimphove

Foto: Julika Krimphove

Der AWO Landesverband Berlin  hatte mich heute eingeladen in einer Fachtagung der Erziehungshilfe einen kleinen Workshop zum Thema „Soziale Medien in der Erziehungshilfen“ zu halten. Eine Anfrage, die ich gerne angenommen habe – ist es mir doch wichtig, die Menschen, die beruflich mit jungen Erwachsenen arbeiten, ein wenig für das Lebensgefühl ihrer Klientel zu sensibilisieren. Das ausgerechnet ich – der wahrscheinlich einer der ältesten Menschen in dem Auditorium war, das machen kann, erfreut mich immer sehr.

Allein in der Ausschreibung schwirrten die Begriffe „Soziale Medien“, „Neue Medien“ und „Soziale Netzwerke immer neben einander herum. Wer mich und meine Vorträge kennt, weiß, dass ich gerne mit solchen verballhornten Begriffen aufräume. Das Wesen des „Social Web“ ist der Dialog auf Augenhöhe. Wenn man dann schon einen deutschen Begriff verwenden will, dann bitte „Dialogische Medien“. Auch dieser Begriff klingt es merkwürdig, aber er trifft am meisten das, was ich unter „Social Media“ verstehe.

Den ganzen Vortrag gibt es als prezi. Wer Lust hat, kann sich dort meinen Vortrag ansehen. Wenn Lust hat, kann ja mal schreiben, was ihm/ihr an der Prezi gefällt und auch natürlich was nicht:

Prezi dialogische Medien

Es hat mir jedenfalls sehr viel Spaß gemacht. Es  war eine lebendige Diskussion und ich hoffe bei den meist „internetskeptischen Sozialpädagogen“ ein wenig ein Fenster zum Social Web aufgestoßen zu haben.

Erste Erfahrungen im Bleistiftzeichnen

In meiner Reha in Bad Wildungen wurde an einem Abend ein Mal- und Zeichenkurs angeboten. Ich habe mich nach meiner Schulzeit nie wieder ans Zeichnen getraut, da in dieser Zeit meine „Werke“ nicht die entsprechende Resonanz  (Benotung) erhielten. Dank dem Grafiker und Zeichner Berndt Johannsen aus Bad Zwesten habe ich mein spätes Interesse fürs Zeichnen entdeckt. Entschleunigt, ohne PC, per Hand. Anbei seht Ihr meine ersten Bleistiftzeichnungen.

Knoblauch mit Schatten

Knoblauch mit Schatten

Paprika

Paprika

 

Apfel mit Schatten

Apfel mit Schatten